Türkei-Agenda (2017-22)

USA-Kontakte von Staatspräsident Erdoğan.

Türkei-Agenda (2017-22)

Der USA-Besuch von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hat im Schatten einer der schwersten Krisen in den türkisch-amerikanischen Beziehungen stattgefunden. Im Vorfeld des Treffens mit Trump wurde in Kommentaren der US-Medien darauf hingewiesen, dass es einer der schwierigsten Gäste von Trump sein werde. Sowohl die einheimischen, als auch die ausländischen Medien veröffentlichten Kommentare, wonach in den türkisch-amerikanischen Beziehungen ein Wendepunkt erzielt und die bilateralen Beziehungen sich vor einem möglichen Abbruch befinden.

Aber wie wir bereits in einem zuvor veröffentlichten Kommentar darauf hingewiesen haben, haben die Kontakte all diese Behauptungen zu Nichte gemacht. US-Präsident Donald Trump hat Staatspräsident Erdoğan am Eingang empfangen sowie jede Geste und Edelmut gezeigt.

In Presseerklärungen haben sowohl Trump als auch Erdoğan auf die Bedeutung der türkisch-amerikanischen Beziehungen hingewiesen und umstrittene Themen angesprochen. Aus dieser Perspektive kann man davon ausgehen, dass die Kontakte erfolgreich waren. Erdoğan wurde bei seiner offiziellen USA-Reise von einer großen Delegation bestehend aus mehreren Ministern und Bürokraten begleitet. Auf der Tagesordnung der Gespräche standen neben militärischen, strategischen und wirtschaftlichen Themen, der Antiterrorkampf sowie weitere Themen, die einen negativen Einfluss auf, die bilateralen Beziehungen haben. Wie die Syrien-Frage, Themen betreffend des Nahen Osten, die von der Türkei geforderten Waffen, militärische Güter, Kampf gegen den Terror, das FETÖ-Problem, die Bekämpfung von YPG, der Terrormiliz DAESH, die auf Rakka geplante Operation, und andere.

Wenn man die Ergebnisse der Gespräche in den USA betrachtet, erkennt man aus den Erklärungen von Erdoğan und den anderen Personen aus der türkischen Delegation, sowie von den Kommentaren aus den Medien, dass bei der Visite das erwünsche Ziel erreicht worden ist. Es hat sich herausgestellt, dass die USA  besonders in der FETÖ-Angelegenheit sowie bei Themen, betreffend der Terrororganisation YPG anderer Meinung sind. US-Präsident Donald Trump behauptete, dass die FETÖ Angelegenheit ein juristischer Prozess sei,  und stellte sich negativ gegenüber den Forderungen der Türkei ein. In diesem Zusammenhang versprach er die Bildung einer Kommission, um die Aktivitäten von FETÖ unter die Lupe zu nehmen. Im Zusammenhang mit YPG ging Washington von der These aus, wonach es unterschiedlich von der Terrororganisation PKK sei. Die USA würden beim Kampf gegen DAESH sowie der Einnahme von Rakka ihre Zusammenarbeit mit YPG fortsetzen.

Bei einem Blick auf die volle Seite des Glases, kann natürlich auch jede Menge positives aus dem Treffen abgeleitet werden. Allem voran wurden die türkisch-amerikanischen Beziehungen von Ungewissheit befreit. Die bilateralen Beziehungen wurden von Krisen befreit und unter Kontrolle genommen und eine neue Ära in den türkisch-amerikanischen Beziehungen eingeleitet.

Ob in dieser neuen Ära die Beziehungen zwischen Ankara und Washington auf das Niveau der strategischen Partnerschaft gesteigert werden, wird sich mit politischen und militärischen Schritten sowie den Entwicklungen Vorort herausstellen.

Wenigsten wurden die türkisch-amerikanischen Beziehungen wieder auf den normalen Stand gesetzt. Außerdem hat US-Präsident Trump im Zusammenhang mit dem Verkauf von 100 Sikorsky-Hubschraubern und Drohnen an die Türkei seine Unterstützung zugesagt. Ferner wurde zwischen beiden Ländern Übereineinstimmung über den Ausbau der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen erzielt. vereinbart.

Auch wenn die Türkei im Thema YPG nicht das erwünschte Resultat erzielen konnte, wurde eine Auflockerung der Beziehungen mit den USA gewährleistet. US-Präsident Trump gab der Türkei die Garantie, dass YPG die Türkei nicht angreifen werde und die von den USA zur Verfügung gestellten Waffen nicht gegen die Türkei eingesetzt werden. Vielleicht kann nach der Rakka-Operation die Einsammlung der schweren Waffen von YPG gewährleistet werden.

Letzten Endes erfordern die Interessen der USA, um ihrer Rolle als Weltmacht gerecht werden zu können, eine Zusammenarbeit mit der regionalen Macht Türkei. US-Präsident Trump hob die türkisch-amerikanische Allianz während des Kalten Kriegs wegen der strategischen Bedeutung der Türkei für die USA hervor. Die Türkei ist indessen gezwungen, den Nahen Osten und vor allem Syrien und den Irak vor negativen Auswirkungen und Folgen der US-Politik und Strategie zu beschützen und diese zum gemeinsamen Interesse zu verwandeln. Zu diesem Zweck ist für Ankara die Aufrechterhaltung der Kommunikationskanäle und Fortsetzung der normalen Beziehungen erforderlich.



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