Aus der Perspektive der Türkei (2017-23)

Terroranschlag in Manchester.

Aus der Perspektive der Türkei (2017-23)

           In der größten Konzerthalle Europas mit einer Kapazität von 21.000 Zuschauern, in der Manchester Arena, ist nach einem Konzert ein Bombenanschlag verübt worden, bei dem 22 Menschen getötet und 59 weitere verletzt wurden. Bei den Opfern handelt es sich hauptsächlich um Kinder und Jugendliche. Zu dem Anschlag bekannte sich die Terrormiliz DAESH. Die Terroristen setzen auf der ganzen Welt und vor allem im Nahen Osten mit ähnlichen Methoden ihre Anschläge fort. Der Anschlag in Manchester hat die britische Regierung veranlasst, außergewöhnliche Maßnahmen zu treffen. Sicherheit ist derzeit das vorrangige Thema in Großbritannien. Dasselbe gilt in vielen anderen Ländern. Das erste was der neu gewählte französische Präsident Macron unternommen hat, war den Ausnahmezustand bis zum Herbst zu verlängern.   

          Der Anschlag in Manchester führte angesichts des Austauschs von nachrichtendienstlichen Informationen zwischen den USA und Großbritannien zu einer ernsthaften Krise. London teilte einige vertrauliche Ermittlungsinformationen mit den USA, die nach kurzer Zeit in den US-Medien veröffentlicht worden. Dies führte zur Verärgerung in Großbritannien und London stellte den Austausch von nachrichtendienstlichen Informationen ein. Es ist eine interessante Entwicklung, dass es zwischen den beiden engen Verbündeten zur Krise gekommen ist.

          Der Manchester-Anschlag ist auch von der Türkischen Republik verurteilt worden, die seit Jahren gegen den Terror kämpft. Das Außenministerium erklärte: „Die Türkei verurteilt den Terroranschlag in der britischen Stadt Manchester, bei dem zahlreichen Menschen getötet und verletzt wurden, aufs schärfste. Als ein Land, dem die Brutalität und Leiden dieser niederträchtigen Anschläge bekannt sind, sprechen wir Großbritannien und dem britischen Volk unser tiefes Beileid aus. Die Türkei wird das befreundete und verbündete Großbritannien auch weiterhin mit Entschlossenheit und Effektivität im Kampf gegen den Terror unterstützen“. Der Staatspräsident der Türkischen Republik, Recep Tayyip Erdogan erklärte: „Ich verurteile den Terroranschlag im britischen Manchester aufs schärfste. Wir teilen den Schmerz des britischen Staates und des britischen Volkes. Im Kampf gegen Terrororganisationen stehen wir, wie allen Ländern auch, Großbritannien zur Seite“.

          Die Terrormiliz DAESH hat von den seit 2014 kontrollierten Territorien im Irak 83 Prozent und in Syrien 56 Prozent verloren. Die Zahl der Terroristen ist drastisch zurückgegangen. Die Finanzquellen und das Jahreseinkommen haben sich halbiert. Aber in Mossul leistet DASEH einen großen Widerstand. Obwohl DAESH im Irak zahlreiche Städte verloren hat, setzten DAESH-Terroristen in verschiedenen Regionen des Landes ihre Bombenanschläge fort. In Raqqa bereitet sich die Terrormiliz auf einen ernsthaften Stadtkrieg vor. Die zurückgegangenen Finanzquellen und geschwächte Propagandafähigkeit bedeuten nicht das völlige Ende von DAESH.

          Personen und Gruppen, die sich angesichts der verschärften Sicherheitspolitik in Europa und steigenden Vorurteile gegen Muslime von der Gesellschaft, in der sie Leben, differenziert fühlen, stehen im Visier von DAESH. Ziel von DAESH ist es, diese Personen und die Menschen aus diesen Gruppen zu gewinnen und zu rekrutieren. Deshalb kann erwartet werden, dass die Terroranschläge noch anhalten werden. Ferner wird DAESH versuchen, in Regionen im Irak, in Syrien und im Nahen Osten, in denen die öffentliche Autorität schwach sind und regionale Feindseligkeiten anhalten, neue Bereiche für sich zu eröffnen. Deshalb ist die Rückkehr zu einem Guerillakrieg möglich.

          Auch wenn Raqqa in Syrien, Mossul im Irak von DAESH zurückerobert werden sollten, werden DAESH oder ähnliche Terrororganisationen mit anderen Namen ihre blutigen Anschläge weltweit fortsetzen. Deshalb ist es wichtig,  dass es im langfristigen Kampf gegen den Terrorismus eine tatsächliche internationale Solidarität und eine richtige Strategie geben müssen. Die Effektivität einer Terrororganisation wie DAESH kann durch den Sieg gegen deren Ideologie, die Förderung von Ideen, die zeigen, dass Terrormethoden keine Hoffnung sind und die Errichtung einer politischen Ordnung, die Hoffnung auf die Zukunft erwecken, gebrochen werden.                  

          Gegenwärtig verfolgen die USA und Verbündeten in Syrien eine falsche Strategie. Im Kampf gegen DAESH werden PKK/PYD/YPG gestärkt. Gegen eine Terrororganisation eine andere Terrororganisation zu unterstützen, ist ein Spiel mit dem Feuer. Auf diese Weise werden nach einem Sieg gegen DAESH nur noch radikalere Terrororganisationen entstehen. Deshalb müssen legitime Akteure unterstützt werden, die DAESH nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch auf ideologischer Plattform besiegen können. An diesem Punkt sind die Turkmenen der angemessene Akteur. Denn die Turkmenen sind demokratisch, säkular, modern, haben keine Probleme mit dem Westen sowie den westlichen Werten und respektieren alle ethnisch-religiösen Elemente der Region. Wenn die Turkmenen unterstützt werden, könnten DAESH und die Gründe für die Entstehung von DAESH in allen Bereichen beseitigt werden.  



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