Öko-Politik (2018-07)

Die Geschichte des Bitcoins.

Öko-Politik (2018-07)

In den letzten Jahren wird Kryptogeld, das ein Produkt des digitalen Zeitalters ist und auf der Tagesordnung der globalen Wirtschaft steht, sowohl von Wirtschaftsakteuren als auch von Bürgern unter die Lupe genommen. Nach der globalen Wirtschaftskrise ist das Kryptogeld auf dem Vormarsch und Bitcoin ist weltweit in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt, insbesondere weil es in vorderster Reihe steht. Selbstverständlich ist man nach diesem Anstieg gespannt, wie das Kryptogeld die Weltwirtschaft verändert und in welche Richtungen es die Märkte führen wird.

 

Hierzu eine Bewertung von Prof. Dr. Erdal Tanas KARAGÖL Lehrkraft der Wirtschaftswissenschaften an der politischen Fakultät der  Yıldırım Beyazıt Universität.

 

Wenn wir zuerst den Tag seit der Einführung des Kryptogeldes untersuchen, das Tag von Tag den Wert von Bitcoin erhöht, so werden wir feststellen, dass die Geschichte auf den Artikel ‘‘Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System” von Sathoshi Nakamoto ins Jahr 2008 zurückgeht. Auf gerade mal acht Seiten beschreibt Satoshi Nakamoto in diesem Whitepaper die technische Grundlage für Bitcoin, Kryptowährungen und die Blockchain-Technologie. Bitcoin, das im Jahr 2010 auf den Markt kam, hatte  einen Wert von nur 0,07 US-Dollar und erreichte im Jahr 2013 einen deutlichen Anstieg von 266 US-Dollar. Doch im Jahr 2017 konnte beobachtet werden, dass dieser Wert gestiegen ist und eine andere Dimension erreicht hat. Das heißt, Anfang des Jahres 2017 stieg ein Bitcoin von 960 US-Dollar auf 20.000 US-Dollar.

Auch wenn der Bitcoin seinen Höhenflug fortgesetzt und innerhalb eines Jahres fast um das 20-fache an Wert gewonnen hat, mit dem Ziel das Vertrauen wieder in die Weltwirtschaft herzustellen, so ist es ein Zeichen, dass er zu einer völlig spekulativen Währung geworden ist.

Darüber hinaus besteht das Problem nicht nur in dem rasanten und starken Anstieg. Der Bitcoin kostete 20.000  US-Dollar im Jahr 2017 und heute wird der Bitcoin auf der großen Handelsbörse Bitstamp mit 8.600 US-Dollar gehandelt.

Insofern ist deutlich geworden, dass eine Währung, die in kurzer Zeit eine 20-fache Aufwertung erfahren hat und dann um das 10-fache zurückgeht, weder ein sinnvolles Anlagemittel für Institutionen noch für Einzelne ist und sein kann. Diese Situation bestärkt die These, dass der Bitcoin eine Blase ist. Auf der anderen Seite ist bezüglich des Bitcoins etwas anderes noch zu beachten.

Das Währungssystem, das allein auf den Computern der Nutzer existiert,  ist automatisch auf 21 Millionen begrenzt.

 Seit dem Jahr 2017 sind 16 Millionen 762 Tausend dieser virtuellen Münzen im Umlauf. Daher wird diese Währung, deren Preis nach Angebot-Nachfrage-Verhältnis bestimmt wird, in der kommenden Periode einen erheblichen Rückgang der Nachfrage haben. Darüber hinaus zeigt das Fehlen jeglicher Autorität oder Kontrollmechanismen hinter Bitcoin und dem Kryptogeld, das zu ernsthaften Sicherheitsbedenken führen kann. Da diese Währung nicht physisch ist, findet sie ihren Wert nur in der virtuellen Umgebung. Es kommt noch dazu, dass es keine rechtliche Infrastruktur für alle diese Transaktionen in der virtuellen Umgebung gibt und ein möglicher Fehler kann bedeuten, dass Einzelpersonen oder Institutionen Schwierigkeiten haben, ihre Rechte geltend zu machen. Eine weitere Dimension dieser Situation besteht darin, dass die Verwendung illegaler Aktivitäten attraktiv wird, da Kryptogeld nicht von einer offiziellen Behörde reguliert wird. Hier an dieser Stelle sollte unterstrichen werden, dass diese Situation sowohl auf nationaler als auch auf globaler Ebene große Probleme mit sich bringen kann.

Aus diesem Grund wird weder Bitcoin noch Kryptogeld aufgrund des fehlenden Rechtsstatus als zuverlässiges Anlageinstrument betrachtet, da es keine konkrete Grundlage für Stabilität und Nachhaltigkeit gibt.

 


Keyword: Kryptogeld , Bitcoin

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