Türkei Agenda (2018-10)

Afrika-Politik der Türkei

Türkei Agenda (2018-10)

              Das Multidimensionale Außenpolitik-Verständnis der Türkei hat auf dem afrikanischen Kontinent neue Öffnungen gebracht. Im Rahmen der Afrika-Politik hat die Türkei viele wichtige humanitäre Hilfsaktivitäten realisiert, diplomatische Beziehungen ausgebaut und in Afrika strategische Gewinne errungen. Hauptgrund für den Erfolg ist die nichtkolonialistische Haltung der Türkei. Die Afrika-Visite von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan, die Algerien, Mauretanien, Senegal und Mali umfasste, ist ein wichtiger Schritt beim Ausbau der wirtschaftlichen und strategischen Kooperation.

 

Sie hören eine Bewertung von Can Acun, Forscher der Stiftung für Politik, Wirtschaft und Gesellschaftsforschungen (SETA).

 

Das Handelsvolumen der Türkei mit Afrika ist in 15 Jahren um das sechsfache auf 17,5 Milliarden Dollar angestiegen. Die türkischen Direktinvestitionen in Afrika sind von 100 Millionen Dollar im Jahre 2003 auf 6,5 Milliarden Dollar im Jahre 2017 angestiegen. Im Rahmen der letzten Afrika-Visite von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan sind viele Wirtschaft-Kooperationsabkommen unterzeichnet worden. Ferner wurden zum Ausbau des Handelsvolumens neue Ziele erkoren. So wurde zum Beispiel das Handelsvolumen zwischen Senegal und der Türkei nach Erreichung von 250 Millionen Dollar als Ziel auf 400 Millionen Dollar erhöht.   

Entgegen der kolonialistischen Haltung des Westens hat die Türkei ihre Afrika-Politik auf das Prinzip ‚Win-Win‘ ausgerichtet. Bei der Algerien-Reise von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan fragte ein Journalist, ob die Türkei Algerien als Kolonie betrachtete. Daraufhin sagte Erdoğan, wenn dies so gewesen wäre, dann würdest du nicht auf Französisch, sondern auf Türkisch fragen.

Hinter dem Erfolg der Afrika-Politik von Erdoğan liegt die Diplomatie der humanitären Hilfe. Die Türkei leistet relativ zum Bruttoinlandsprodukt am meisten humanitäre Hilfe, was die Bedeutung der humanitären Außenpolitik zeigt. Die Türkei kämpft aktiv gegen Hunger, Dürre und Armut. Darüber hinaus hilft die Türkei den Kriegsopfern und Kranken. Die Gemahlin von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan, Emine Erdoğan, fasst die humanitäre Politik der Türkei mit folgenden Worten zusammen. ‚Trockenheit kann Afrikas Schicksal sein. Doch Tod wegen Hunger ist kein Schicksal. Für die politische Stabilität Afrikas müssen internationale Einrichtungen mobilisiert werden und die Völker Afrikas müssen mit Selbstvertrauern gestärkt werden.‘

Weitere wichtige Akteure der türkischen Afrika-Politik sind neben der humanitären Hilfe, der Generalstab, das Wirtschaftsministerium, das Entwicklungsministerium, das Bildungsministerium, das Schatzamt, die Wohnungsbaugesellschaft, AFAD, Amt für Hochschulstipendien und Studentenwohnheime, der Türkische Rote Halbmond und die Yunus Emre Stiftung.  Auch nichtstaatliche Einrichtungen spielen hier eine wichtige Rolle. 

Auf der anderen Seite ist die Türkei im Wirtschaftsbereich in Afrika vor allem im Bausektor ein wichtiger Akteur. Türkische Unternehmen sind in bedeutenden Bauprojekten in vielen afrikanischen Staaten aktiv. Entsprechend hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan bei seiner Afrika-Visite Baustellen von türkischen Bauunternehmen besucht.

 

Ein wichtiges Thema der türkischen Afrika-Politik sind FETÖ-Schulen und Einrichtungen. Die Türkei bemüht sich um die Schließung von FETÖ-Schulen und deren Übergabe an die Maarif Stiftung, die in 88 Schulen in Tunesien, Tansania, Sudan, Somalia, Sierra Leone, Sao Tome und Principe, Senegal, Niger, Mauretanien, Mali, Republik Kongo, Guinea, Gambia, Tschad und Dschibuti unterrichtet.                               

 

 

Sie hörten eine Bewertung von Can Acun, Forscher der Stiftung für Politik, Wirtschaft und Gesellschaftsforschungen (SETA).



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