Öko-Politik (2018-50)

Um wieviel ist die türkische Wirtschaft im dritten Jahresquartal gewachsen?

Öko-Politik (2018-50)

Prof. Dr. Erdal Tanas KARAGÖL

Um wieviel ist die türkische Wirtschaft im dritten Jahresquartal gewachsen?

 

 

Eine Bewertung von Prof. Dr. Erdal Tanas KARAGÖL Lehrkraft der Wirtschaftswissenschaften an der politischen Fakultät der Yıldırım Beyazıt Universität.  

 

 

Die türkische Wirtschaft ist im dritten Jahresquartal um 1,6 Prozent gewachsen. Im dritten Jahresquartal im Juli, August und September war die Türkei wegen der Wechselkursschwangen in eine schwierige Phase getreten. In dieser Zeit verursachten die Angriffe auf die Wirtschaft des Landes sowohl übermäßige Wechselkursbewegungen als auch eine Aufwärtsbewegung der Zinssätze. Dieser Aufwärtstrend beim Wechselkurs und bei den Zinssätzen spiegelte sich auch in der Inflationsrate wider. Es zeigt deutlich den Zweck der Angriffe auf die türkische Wirtschaft. Trotz all dieser Anstrengungen wurde eine Wachstumsrate der Wirtschaft in diesem Zeitraum von 1,6 erreicht, was eine sehr erfolgreiche Situation ist. Auf der anderen Seite ist es wichtig zu betonen, dass der wichtigste Faktor für diesen Erfolg das Neue Wirtschaftsprogramm ist, das im September bekanntgegeben wurde. Eine negative Wahrnehmung der Türkei sowohl im Inlandsmarkt als auch in der internationalen Arena zu schaffen, wurde mit dem Neuen Wirtschaftsprogramm mit seinem transparenten und berechenbaren Fahrplan und einem Dreijahresplan der türkischen Wirtschaft beseitigt.

 

Die türkische Wirtschaft ist im dritten Jahresquartal 2018 im Juli, August und September um 1,6 Prozent gewachsen. Das Wachstum lag leicht unter den Prognosen und eine begrenzte Realisierung wurde erreicht. Wenn wir uns die Sektoren anschauen, aus denen das Bruttoinlandsprodukt besteht, ist ersichtlich, dass die Wertschöpfung des Agrarsektors um 1 Prozent und des Industriesektors um 0,3 Prozent gestiegen ist. Während der Bausektor um 5,3 Prozent zurückging, stieg die Wertschöpfung des Dienstleistungssektors um 4,5 Prozent.

 

Es ist an dieser Stelle angebracht zu sagen, dass der Anstieg in den anderen Sektoren mit Ausnahme des Dienstleistungssektors begrenzt ist und der Bausektor sogar geschrumpft ist. In diesem Zeitraum war die Nettoauslandsnachfrage die wichtigste Wachstumsquelle. Während der Beitrag der Nettoauslandsnachfrage zum Wachstum 6,7 Prozentpunkte betrug, war ein negativer Beitrag zum Wachstum von 5,6 Punkten zu beobachten.

 

Im dritten Quartal stiegen die Exporte von Waren und Dienstleistungen um 13,6 Prozent und die Importe sanken um 16,7 Prozent.

In Anbetracht der Zahlen für das dritte Quartal ist davon auszugehen, dass eine mögliche Kontraktion eine begrenzte Wirkung haben wird, solange der starke Beitrag zur Nettoauslandsnachfrage anhält.

 

Das Neue Wirtschaftsprogramm, das auf den Begriffen Ausgleich, Veränderung und Disziplin ins Leben gerufen wurde, präsentiert der türkischen Wirtschaft einen Fahrplan mit einer dreijährigen Perspektive. Der Ausgleich hat nun tatsächlich mit dem Wachstum des 3. Quartals begonnen.

 

Der Ausgleichsprozess wird das Wachstum in einem begrenzteren Rahmen ermöglichen und ein wichtiger Schritt für die Wirtschaft sein, um mit ihrer eigenen Dynamik wieder zu mobilisieren. Dieser Prozess ist  für die türkische Wirtschaft wichtig, um eine hohe nachhaltige Wachstumsdynamik  zu erreichen.

 

In diesem Prozess wird unter Berücksichtigung des Wechselkurses sowie der Abwärtsbewegung der Zinssätze und der ergriffenen Inflationsmaßnahmen ein deutlicher Inflationsbruch angestrebt.

 

Ja sogar das Leistungsbilanzdefizitproblem ist nicht länger mehr ein Problem für die Wirtschaft des Landes, wie es im Neuen Wirtschaftsprogramm vorhergesagt wird. Wir können sagen, dass es an der Zeit ist, konkrete Schritte für einen Zeitraum zu unternehmen, in dem hohe Wachstumszahlen mit nachhaltigem Leistungsbilanzdefizit erzielt werden.

 

 



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